Hallo,

ich vermute, dass es sich bei der/den gefundenen  Raupe(n) um die Baumwolleule handelt , Näheres - insbesondere Bilder - weiter unten !

Was tun ?

1.Möglichkeit :

Raupen an wilder, krautiger Stelle in der Natur wieder aussetzen - die Raupen vertragen auch etwas Frost.

2.Möglichkeit :

Raupen mit der Futterpflanze, an der sie gefunden wurden (bzw. mit Salat), in einem Behälter weiterfüttern, bis sie unruhig werden, sich danach unter Futterresten verkriechen und dann verpuppen (braune Puppe).

Puppe in ein "Schlüpfglas" legen :

Hält man die Puppe im Warmen, schlüpft nach einigen Wochen der Falter - diesen unbedingt fotografieren und mir Bilder schicken, zusammen mit Bildern der Raupe (falls vorhanden). Da die Raupe extrem variabel ist, bin ich sehr daran interessiert, möglichst viele Bilder von Raupen und von dem daraus gezüchteten Falter zu erhalten!

Durch Kalthaltung der Puppe (bis knapp über dem Gefrierpunkt) kann man den Schlupf ins Frühjahr zu verlagern - mir ist das mehrfach gelungen. Teilweise schlüpfen aus den überwinterten Puppen die Falter auch erste im Mai oder Juni (also Gedulg haben!)

Generelle Hinweise zum Züchten finden sich hier 

 

 
09370 Helicoverpa armigera (HÜBNER, 1808)
Baumwoll-Kapseleule
Scarce Bordered Straw
Sofern nichts anderes vermerkt, handelt es sich um eigene Bilder! Bilder mit höherer Auflösung auf Anfrage!

Bei der Bestimmung dieser schwierigen Art war das Bestimmungsforum sehr hilfreich  (Dank an Erwin Rennwald, Axel Steiner, ...)

Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw
Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw
Puppe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Die Bilder oben und links entstammen einer Zucht aus dem Winter 2007/2008 (ich erhielt die abgebildete Raupe von Sybille Przybilla)

Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw Eier Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Das abgebildete Weibchen und die von ihm abgelegten Eier erhielt ich zum Fotografieren im Spätherbst 2007 von Sybille Przybilla

Eier vom Weibchen links
Männchen Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw Männchen bei der Fütterung Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Diese Männchen schlüpfte im Spätherbst 2007 aus einer Puppe(vgl.Bild  unten), die mir Sybille Przybilla zur Verfügung stellte.

Gleiches Männchen wie links bei der Fütterung
Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw
Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Aus der Raupe links Schlüpfte der in der Zeile darüber gezeigte Falter (Bilder Anja Brinkhaus )

Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw
Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Aus der Raupe links schlüpfte der in der Zeile darüber gezeigte Falter (Bilder Nicole Schenk )

Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Der abgebildete Falter ergab sich aus der Zucht der Raupe rechts oben (12.1.06, Bilder Sophia Oberhuber)

Sophia Oberhuber fand die Raupe am 16.12.05 in Potsdam in einem gekauften Eisbergsalat.

Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Helicoverpa armigera  Baumwolleule  Scarce Bordered Straw

D, Baden-Württemberg, Kirchheim unter Teck, August.2007, Bilder Sybille Przybilla Raupe in Eisbergsalat, 12.12.2011 Gabriele Friedrichs

Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Zuchtfalter (D, BW, Kirchheim unter Teck-Lindorf, Sybille Przybilla)

Gleicher Falter wie links

Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Bild von Mona Bottlang. Dieser Falter ergab sich im Dezember 2004 aus der rechts abgebildeten Raupe. Raupe von Mona Bottlang - gefunden im November 2004  auf einem Blumenstrauß (Rorschach, Bodensee, Schweiz)

Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Beide Bilder von Herrn Krebs zeigen dieselbe Raupe. Mitte April wurden bei Wien gut 10 Raupen an Tomate angetroffen. Die Raupe ist sehr variabel gefärbt, als Erkennungszeichen dient z.B. der rötliche Fleck auf dem 4. Segment und der schwache Höcker auf dem letzten Segment.

Hier sieht man sehr gut, wie die Raupe die Tomate befrisst - bei massenhaftem Auftreten kann die Art an Kulturpflanzen sehr schädlich werden.

Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Raupe - gefunden in Salat von Desirée Wellmann im November 2004 (Greiz, Thüringen) Dieses Bild zeigt verschiedene Ansichten einer Raupe, die von Kirsten Hildebrecht Ende Januar 2005 im München auf einem gekauften Blumenstrauß gefunden wurde (Bild des geschlüpften Falters unten)

Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Raupe von Christian Frey - gefunden im November 2004 in Wien auf einem Blumenstrauß Raupe von Katharina Bretsch - in Eissalat, gekauft Mitte November in Stuttgart

Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Raupe fotografiert von Klaus Selbert (20.12.2005, Mainz, gefunden an Eisbergsalat)

Raupe  (Nadine Arndt)

Raupe Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Baumwolleule Helicoverpa armigera Scarce Bordered Straw

Dieses schöne Raupenbild stammt von Lisa Stauzebach - die Raupe wurde in einer gelben Spitzpaprika gefunden (auch Fraßspuren), welche aus Ungarn stammte (D, Morschen- Binsförth bei Kassel, 5.5.2007)

Falter aus der Raupe links (Lisa Stauzebach)

Weitere Bilder: Bild1: Raupe von  Desirée Wellmann von oben.
Bild2: Raupe von  Mona Bottlang von oben.
Bild3: Puppe von  Mona Bottlang (Raupe s.o.)
Bild4: Totfund  (Sommer 2003 bei 73230 Kirchheim/ Teck)
Bild5: Falter von Kirsten Hildebrecht (vgl. Raupe oben)
Bild6: Falter (Moana R. Wien, aus Raupe vom 15.11.2005 )
Bild7: Raupe (Nicole Moder, D, Aschersleben, 15.1.06 )
Bild8: Puppe (Nicole Moder )
Bild9: Falter (Nicole Moder)
Bild10: Erwachsene Raupe (vgl. Zucht ganz oben)
Bild11: Kopf der fast erwachsenen Raupe (vg. Zucht ganz oben)
Bild12: Puppe (Zucht Herbst 2007, vgl. oben)
Bild13: Weibchen (Zucht Herbst 2007, vgl. oben)
Bild14: Falter (Barbara Zanotti, Sommer 2003, Umgebung Wien)
Bild15: Falter (Gero Jöbstl, 24.8.2003 Hart bei Graz, Österreich)
Bild16: Raupe (Erika Pleh
Bild15: Falter (Gero Jöbstl, 24.8.2003 Hart bei Graz, Österreich)
Bild15: Falter (Gero Jöbstl, 24.8.2003 Hart bei Graz, Österreich)
Bild15: Falter (Gero Jöbstl, 24.8.2003 Hart bei Graz, Österreich)
Größe/Häufigkeit: Kleiner Falter, in Mitteleuropa früher eher selten war, in den letzten Jahren aber deutlich häufiger registriert wird (vgl. unten).
Verbreitung/ Biotop/ Flugzeit: Tropische bis subtropische Verbreitung, im Mittelmeergebiet eventuell bodenständig, sonst nur als Wanderfalter erscheinend (vgl. Wissenswertes). Aufgrund des großen Nahrungsspektrums kann die Art dann fast überall, besonders auch im Kulturland erscheinen. Man findet die Falter vor allem von August bis Oktober.
Ähnliche Arten: Die Bestimmung erfordert gewisse Erfahrung. Mir fiel der Falter durch seine helle Färbung auf - tags in einem Luzernefeld fliegend.
Raupenfutterpflanzen: Die Raupen nutzen ein breites Nahrungsspektrum (sind also polyphag). Sie bevorzugen dabei Blüten und Früchte von Kulturpflanzen.
Überwinterung: In Mitteleuropa nicht möglich.
Wissenswertes: Das Jahr 2003 war ein außergewöhnlich gutes Flugjahr dieser Art. Ab August konnten über diese Seite und das angegliederte "Forum Wanderfalter" viele Meldungen aus Deutschland und Österreich gesammelt werden, teilweise wurde von Schäden durch Massenauftreten berichtet. 

Raupen der Art werden oft über Blumenimporte eingeschleppt. Axel Steiner hat mich darauf hingewiesen, dass es in Amerika bzw. Australien/Neuseeland sehr ähnliche Arten gibt, die nur durch Genitaluntersuchung von der Baumwolleule unterschieden werden können. Die meisten Blumenimporte nach Deutschland stammen wohl aus Südeuropa/Afrika, aber eine Restunsicherheit bleibt.

Systematik: Noctuidae - Eulen
Bemerkungen: Diese Seiten mit den Arten-Portraits richten sich vor allem an interessierte Laien und Fortgeschrittene, so dass Manches vereinfacht und sehr verkürzt dargestellt wird. Für Kommentare und Korrekturen bin ich stets dankbar! 

Auf eine namentliche Nennung der vielen, die beim Bestimmen geholfen haben, muss ich hier  aus Gründen der Praktikabilität verzichten. Ihnen - besonders den Profis im "Bestimmungsforum" (vgl. Link "Foren" oben) - gilt aber mein  herzlicher Dank! Ohne Sie hätten viele Artenportraits mangels abgesicherter Bestimmung nicht erstellt werden können.

Zur Hauptseite: www.schmetterling-raupe.de